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Service-Learning

Service-Learning an der Fakultät für Elektro- und Informationstechnik (EIT) der Hochschule Karlsruhe

Massive gesellschaftliche Umbrüche, rasante technische Entwicklungen und die allumspannende Klimakrise liegen schon lange nicht mehr in ferner Zukunft. Heute sind diese Herausforderungen präsenter denn je. Deutschland hat sich 2015 mit der Unterzeichnung des Pariser Klimaabkommens und 2016 mit der Verabschiedung des deutschen „Klimaschutzplans 2050“ vertraglich – und moralisch – dazu verpflichtet, bis spätestens 2050 nahezu emissionsfrei zu sein. Die Reichweite und Komplexität dieser Ziele wird besonders in der „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ deutlich, der sich Deutschland neben 192 anderen UN-Mitgliedsstaaten verpflichtet hat. „Die 17 SDGs berücksichtigen erstmals alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit – Soziales, Umwelt, Wirtschaft – gleichermaßen. Die 17 Ziele sind unteilbar und bedingen einander. Ihnen sind fünf Kernbotschaften als handlungsleitende Prinzipien vorangestellt: Mensch, Planet, Wohlstand, Frieden und Partnerschaft.“ (http://www.bmz.de/de/ministerium/ziele/2030_agenda/index.html, Stand: 23.06.2018). Die Ziele unserer Gesellschaft sind also für die nächsten 30 Jahre gesteckt.

Als Hochschule haben wir die Verpflichtung, Studierende auf eben diese Zukunft vorzubereiten und ihnen Werkzeuge an die Hand zu geben, mit denen sie erfolgreich an dieser Zukunft mitwirken können. Nur wenn die ganzheitliche Betrachtung von Sozialem, Umwelt und Wirtschaft in der Lehre und in realen Handlungen konsequent umgesetzt wird, können wir dieser Verantwortung gerecht werden und diese, zu Recht hochgesteckten, Ziele erreichen.

Laut ihrem Leitbild bietet die Hochschule Karlsruhe ihren Studierenden eine praxisorientierte Hochschulausbildung, die sie auf „ihre künftigen Aufgaben durch die Vermittlung von Fachkenntnissen sowie sozio-kultureller Handlungskompetenz und ethischem Verantwortungsbewusstsein bestens vorbereitet.“ Dieser Leitgedanke wird in Service-Learning Projekten in seiner direktesten Form in die Praxis umgesetzt. Service-Learning gehört zu den drei Säulen des hochschuloffenen Elektrotechnik Zentrums, das an der Fakultät für Elektro- und Informationstechnik (EIT) angesiedelt ist. Das neue Format H.ErT.Z. open soll Service-Learning über die Fakultäts- und Hochschulgrenze hinweg öffnen.

Die Fakultät Elektro- und Informationstechnik (EIT) übernimmt mit ihrem Programm eine Vorreiterrolle, da in Deutschland bisher nur ca. 20% der Service-Learning Projekte in den Ingenieurwissenschaften angeboten werden.

Durch Service-Learning wird die Fakultät der heterogenen Zusammenstellung ihrer Studierenden gerecht. Die Teilnahme an einem Service-Learning Projekt ist freiwillig und kann im höheren Semester als Projektarbeit durchgeführt werden oder bereits in der Studieneingangsphase erfolgen. Hier ersetzen technisch anspruchsvolle Projekte ein Grundlagenlabor, was vor allem Studierenden mit fachspezifischer Berufsausbildung entgegenkommt. Die Projektarbeit wird durch einen Lehrenden betreut, benotet und mit ECTS vergütet.

Grafik 1: Ziele für Nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals). [Quelle und weiterführende Informationen unter: https://www.un.org/sustainabledevelopment/sustainable-development-goals/]

Ansprechpartner:
Anna Krez, M.A.
Leitung Service Learning

Raum N010
E-Mail: anna.krez@hs-karlsruhe.de
Telefon: 0721/925-1463

Ablauf eines Service-Learning Projekt

Der Ablauf eines Projekts ist in mehrere Projektphasen unterteilt und in der untenstehenden Grafik symbolisch dargestellt:

Grafik 2: Phasen eines Service-Learning Projekts, Autoren: Norbert Gatz, Dr. Jörg Berberich

Phase 1: Identifikation von gesellschaftlich relevanten Aufgaben

In der ersten Phase werden den Studierenden der Fakultät für Elektro- und Informationstechnik (EIT) mögliche Service-Learning Projekte vorgestellt. Die Akquise der Projektpartner erfolgt derzeit über die Koordinationsstelle H.ErT.Z Service-Learning. Alternativ werden auch Projektvorschläge von Studierenden erarbeitet, beurteilt und eventuell ins Programm aufgenommen.

Phase 2: Entwicklung von elektrotechnischen Lösungsansätzen

In der zweiten Phase entwickeln die Studierenden technische Lösungsansätze für die Probleme und Anliegen. Um die Aufgaben kreativ, konfliktfrei und fristgerecht lösen zu können, werden den Studierenden parallel zu Phase 1 und 2 Seminare zu den Themen Projektmanagement, Teamarbeit und Problemlösungsstrategien angeboten.

Phase 3: Praktische Umsetzung

Die praktische Umsetzung erfolgt in der dritten Phase bei den Projektpartnern, in der die Studierenden „raus in die Gesellschaft gehen“ und die Ideen zur Lösung umsetzen. In dieser Phase finden regelmäßige Treffen der Studierenden mit ihren wissenschaftlichen Betreuern statt, um den Projektstand zu besprechen. Wichtig ist es hierbei, dass die Studierenden befähigt werden, Herausforderungen und Hindernisse selbst zu beobachten und einzuschätzen. Dies bedeutet aber auch, dass ein zuvor definierter Lösungsansatz nochmal überdacht und ggf. geänderten Rahmenbedingungen angepasst werden muss. Dies soll die Studierenden auf deren späteren Berufsalltag als Ingenieur/in und die damit verbundenen Herausforderungen vorbereiten.

Phase 4: Reflektion & Feedback

In der vierten und letzten Phase wird das Projekt abgeschlossen und ein Resümee gezogen. Im Projektbericht sollen die Studierenden neben der fachwissenschaftlichen Beschreibung des Projektes ihr Denken und Handeln kritisch reflektieren. Beendet wird das Projekt in einer gemeinsamen Abschlussveranstaltung der Projektpartner, den Betreuenden und Studierenden, in der die Reflektion konstruktiv diskutiert werden soll.