Teil A - Zeitkontinuierliche Signale und Systeme > Zeitkontinuierliche Signale > Klassen von Signalen > Kontinuierliche und diskrete Signale > 

Klassen von Signalen

Kontinuierliche und diskrete Signale

Signale lassen sich zunächst hinsichtlich ihres Verlaufes in kontinuierliche und diskrete Signale einteilen. So ist zum Beispiel der Spannungsverlauf an einem Mikrofon ein zeitkontinuierliches Signal, das zu jedem beliebigen Zeitpunkt definiert ist. Sein Wertevorrat ist ebenfalls kontinuierlich, sodass von einem zeitkontinuierlichen und wertkontinuierlichen Signal gesprochen wird.

Wird dieselbe analoge Spannung mit einem Analog-Digital-Wandler digitalisiert, so wird das Signal zu definierten Zeitpunkten einer endlichen Anzahl von Quantisierungsstufen zugeordnet. Das Signal wird also in zweierlei Hinsicht diskretisiert. Nach der Digitalisierung liegt ein zeit- und wertdiskretes Signal vor.

Ein Beispiel für ein zeitdiskretes und wertekontinuierliches Signal ist die Messung einer wertkontinuierlichen Größe, die jeden Tag zu einer bestimmten Uhrzeit durchgeführt wird. Die Messgröße ist kontinuierlich, aber sie ist zwischen den einzelnen Messzeitpunkten nicht bekannt.

Ein wertediskretes und zeitkontinuierliches Signal ist zum Beispiel der Lagerbestand eines Bauteils. Es können nur ganze Bauelemente dem Lager entnommen werden, sodass der Lagerbestand wertediskret ist. Es ist aber zu jedem Zeitpunkt bekannt, wie viele Bauelemente eines bestimmten Typs vorhanden sind. Das Signal ist zeitkontinuierlich.

Bild 2.1 stellt ein Signal in allen möglichen Kombinationen der Diskretisierung in Zeit und Wertevorrat an einem Signal dar.

Bild 2.1: Darstellung wertkontinuierlicher und wertdiskreter Signale in zeitkontinuierlicher und zeitdiskreter Form

In den folgenden Kapiteln beschränken sich die Darstellungen auf werte- und zeitkontinuierliche Signale. Der Übergang zu diskreten Signalen erfolgt mit dem Abtasttheorem im Teil B dieser Buchreihe.